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Erste Eindrücke

Montagmorgen, 6.30 Uhr. Der Wecker klingelt extra früh, weil ich am ersten Arbeitstag keinesfalls zu spät kommen will. Vom duschen über die Zahnreinigung bis hin zur Outfitwahl ist alles auf die Minute genau durchgeplant und ich verlasse pünktlich um 8 Uhr das Haus. Nicht in meiner Planung enthalten: Der Bus kommt ebenfalls pünktlich um 8 Uhr und fährt mir frech vor der Nase weg. Es regnet, ich stehe an der Haltestelle und erwarte – verwöhnt von Stuttgart – dass die Busse im 10-Minuten-Takt fahren. Doch weit gefehlt: Ich warte über eine halbe Stunde und überlege mir, je weiter die Zeit voranschreitet, wie ich denn am besten erklären könnte, weshalb ich gleich am ersten Tag zu spät komme. Die Gedanken verwerfe ich schnell wieder, als der Bus um fünf nach halb neun endlich um die Ecke biegt. Der Masterplan steht: Mit dem Bus bis zum Bahnhof und von dort aus via Taxi auf dem schnellsten Weg zu Krempel & Co. Diesmal geht mein Plan auf und ich schaffe es noch pünktlich in die Agentur.

Freundliche Gesichter erwarten mich und ich freue mich über die nette Begrüßung. Da fühlt man sich willkommen. Herr Krempel zeigt mir meinen Arbeitsplatz, ich bekomme einen ersten Eindruck von den Kollegen und deren Aufgabenfeldern und werde bereits eine halbe Stunde nach meiner Ankunft in das erste Projekt eingeweiht: XY will eine neue Zielgruppe erschließen, wofür ich Recherche im Internet betreiben soll. Also nichts wie ran an die Arbeit, dafür bin ich schließlich gekommen. Zwischendurch werden Bilder von mir gemacht, um mit diesen die Website auf dem aktuellen Stand zu halten. Nach zahlreichen Anläufen ist endlich ein passendes Bild im Kasten. Fotogen war ich noch nie, dafür ist mein Name umso kompatibler mit E-Mail-Adressen und so geschieht die Einrichtung meines eigenen E-Mail-Accounts in einer Affengeschwindigkeit.

Die Zeit vergeht wie im Flug und nach gefühlten 30 Minuten werde ich von Sarah zum Mittag essen abgeholt. Montagmittag, 12.10 Uhr. Ich freue mich, dass ich hier sofort integriert werde und begleite Sarah auf einen Salat ins Blautalcenter. Für die Mittagspause ist eine Stunde angesetzt, wir sind aber schon nach 40 Minuten fertig und machen uns auf den Rückweg. Zurück im Büro mache ich mich weiter an die Informationssuche und beobachte währenddessen das angenehm rege Treiben in der Agentur: Hier ein Anruf, da eine Diskussion und zwischendurch ein Niesen aus verschiedensten Ecken des Büros. Auch hier hat die Grippe keinen Halt gemacht.

Das Shooting vom Morgen holt mich am Mittag wieder ein: Ich soll einen kurzen Facebook-Beitrag mit Bild und Text über mich posten. So macht man das hier mit den Neuen, dass die Follower auch Bescheid wissen, wen sich Krempel so an Board geholt hat und was der oder die so kann. Zwischendurch stattet mir Herr Krempel einen Besuch ab, um meine Rechercheergebnisse zu begutachten und mir sein okay dafür zu geben. Am späten Nachmittag werde ich in die hohe Kunst des Kaffeekochens eingeweiht, denn diese will gelernt sein. Auch wenn ich hier als Praktikantin nicht für die Kaffeeversorgung aller Mitarbeiter zuständig bin, sollte ich zumindest mich selbst mit Kaffee versorgen können, denn nicht umsonst wirbt die Agentur in ihrer Stellenausschreibung mit „reichlich heiße[m] Kaffee und kalte[m] Mineralwasser“ (Zitat Krempel Praktikum-Ausschreibung).

Es sind noch etwa zwei Stunden bis zum Feierabend und ich beende so langsam meine Recherchearbeit, weil im Netz nichts mehr zu finden ist. Eigentlich sind die Betroffenen auch ganz zufrieden mit den Ergebnissen und dann bin ich es natürlich auch. Die letzte Zeit verbringe ich damit, mich ein bisschen in den Kundenstamm von Krempel und Co. einzulesen, damit ich für das kommende halbe Jahr mit Informationen gewappnet bin. Montagabend 18 Uhr. Feierabend für heute. Mein Fazit: Viele Eindrücke; neue, nette Menschen; ein toller Arbeitsplatz und vor allem Vorfreude auf die nächsten sechs Monate in der kleinen, aber feinen Werbeagentur Krempel & Co.

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