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Besser als jede Realität

Als Praktikant/in hat man ja den Vorteil, dass man überall seine Nase reinstecken darf und auch richtig doofe Fragen stellen kann, ohne gleich für blöd verkauft zu werden. Da gilt man eher als neugierig und wissbegierig, wenn man nachfragt. Das lass ich mir gerne gefallen und nutz es voll aus. Nachdem ich bei Sarah und Simone schon letzte Woche die ein oder andere doofe Frage gestellt habe, muss heute Tanja daran glauben.

Schon seit einigen Tagen dringen immer mal wieder einzelne Wortfetzen vom Schreibtisch nebenan zu mir herüber und ich verstehe nur Bahnhof. Dort arbeitet Tanja derzeit an einem Projekt für eine Kosmetikmarke: Die Kosmetikserie soll ein neues Design bekommen und sie fertigt hierfür die 3D-Modelle zur Präsentation des Produktrelaunches an.

Herr Krempel findet, ich soll mir das Ganze einmal von Nahem angucken, weil es ein super spannendes und faszinierendes Thema ist. Er selbst ist voller Euphorie und seine Begeisterung für diese realitätsgetreue Art der Visualisierung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Da kann ich ja nur neugierig werden und setze mich zu ihr an den Schreibtisch.

Tanja erklärt mir anhand verschiedener Beispiele, warum die 3D-Visualisierung so beliebt ist und sogar Fotografien vorgezogen wird: sie ermöglicht eine mehr als fotorealistische Einbindung des Produkts in einen virtuellen Raum und ist dabei, was Farbe, Material, Kameraposition und Umgebung angeht, viel flexibler als das traditionelle Foto.

 

 

Ich finde es faszinierend, wie Tanja mit den Programmen durch die Verwendung bestimmter Tools das Produkt völlig verändern kann. Sie setzt das Licht so, dass es realitätsgetreu aussieht und erklärt mir, dass das Licht beim fotografieren oftmals ein Problem darstellt, weil es unpassende Schatten auf das Produkt wirft. Bei dem 3D-Modell ist genau das kein Problem, weil alles so einstellt werden kann, dass es am Ende gut aussieht. Es ist – Zitat Krempel – „ohne irgendeinen Qualitätsverlust, direkt aufs Auge“. Das Geniale daran: Man kann schon bevor das Produkt real existiert Werbemittel produzieren und gewinnt dadurch Zeit. Auch für die Präsentation eines neuen Produkts ist diese Visualisierung sehr praktisch, weil der Kunde sich so besser vorstellen kann, wie sein Endprodukt aussehen kann.

Nach dieser ausführlichen Erklärung und Einführung fällt mir wieder mal auf, dass ich hier in die verschiedensten Projekte eingeweiht werde und fragen kann, soviel ich will. Ich glaube, dass ich hier viel dazu lernen und mich einbringen kann und finde es schön, dass ich oft nach meiner Meinung gefragt werde, wenn Entscheidungen bezüglich verschiedener Texte oder Gestaltungen gefällt werden. Meine Vorschläge stoßen hier auf konstruktive Kritik, die mich weiterbringt.

 

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