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Ein fulminantes Schlussfeuerwerk

Meine sechs Monate bei Krempel & Co. sind jetzt vorbei und es wird Zeit für einen Kuchen und eine abschließende Lobesrede. Die sechs Monate waren lehrreich, lustig, abwechslungsreich, spannend, aufschlussreich, manchmal nervenaufreibend, aber vor allem berauschend. Ich habe mich in der Agentur immer wohl und willkommen gefühlt. Ich durfte mitreden, über Schultern schauen und vor allem vieles selbst anpacken.

 

Das Projekt „Lisas Tagebuch“ war mein liebstes, weil ich einfach leidenschaftlich gerne Texte schreibe aber bisher noch nie den passenden Anlass gefunden habe, einen eigenen Blog zu starten. Ich konnte mich bei der Themenwahl und dem Schreibstil austoben, wie ich wollte und das habe ich auch getan. Es hat mir riesen Spaß gemacht die Texte zu schreiben, die passenden Bilder zu machen und auch die Themenvorschläge von den Kollegen umzusetzen. Ich glaube sogar, dass mir „Lisas Tagebuch“ einen Anstoß dazu gegeben hat, nach dem Praktikum einen eigenen Blog zu schreiben. We’ll see …

Neben dem Tagebuch war ich als Facebook-Beauftragte am posten, liken, fotografieren und teilen. Ein Glück, dass die Kollegen mit Vorschlägen und Tipps zur Seite standen, wenn mir nichts für den nächsten Post einfallen wollte. Und wenn ich mal wieder verdrängt hatte, dass ich das Facebook-Profil pflegen sollte, erinnerte mich Herr Krempel daran. So schafften wir es, längere Zeiträume ohne Posts zu vermeiden. Die Bilder für Facebook und den Blog durfte ich immer Tanja zur Bearbeitung überlassen. Sie hat so manches mal ihre Arbeit unterbrochen, um mir die Bilder schnellstmöglich fertig zu machen.

Wenn ich mal nicht am bloggen oder posten war, durfte ich zwischendurch basteln, falten und kleben. Hört sich im ersten Moment nach Kindergarten an, war es aber keinesfalls. Vielmehr handelte es sich bei den Bastelobjekten um durchaus anspruchsvolle Muster von Selfmailern, die dem Kunden zur Orientierung vorgelegt werden. Bei diesen Bastelaktionen machte ich Bekanntschaft mit „der Gerät“ in Form einer Papierschneidemaschine. Ich gebe an dieser Stelle ganz offen zu, dass ich dieses quietschende Teil sicher nicht vermissen werde, weil „der Gerät“ grundsätzlich nie so schneidet, wie ich es gerne hätte und weil man es wirklich NUR im Stehen halbwegs ordentlich bedienen kann. Letztendlich habe ich die Muster immer irgendwie so hingebastelt, dass Herr Krempel zufrieden damit war, sein OK gab und sie dem Kunden vorgelegt werden konnten.

Das OK vom Chef war jedem in der Agentur wichtig, weil es einerseits ganz nach den schwäbischen Motto „Nix gsagt isch globt gnuag“ (Nichts sagen ist Lob genug) ein Lob und andererseits das „Go“ für die Weiterarbeit am Projekt war. Wartezeiten für das berüchtigte OK mussten auf jeden Fall eingeplant werden. Ich habe des Öfteren darauf gewartet, dass Herr Krempel Zeit findet, sich meine Texte oder andere Ergebnisse anzuschauen. Wenn er dann mal da war, hat er sich eingehend mit meiner Arbeit beschäftigt und sich nicht davor gescheut, das ein oder andere Mal den halben Text umzukrempeln (welch Ironie). Meistens war er aber zufrieden und hat sich vom Staub gemacht, um auch den Kollegen sein OK zu geben.

Fulminant war das halbe Jahr durch und durch. Mir blieben typische Praktikantenaufgaben wie Kaffee kochen, kopieren oder Mülleimer leeren komplett erspart und ich hatte nie den Eindruck als sei meine Meinung nicht auch gefragt. Was mir besonders fehlen wird sind natürlich die netten Kollegen, das schöne Büro, die großen iMacs, Lisas Tagebuch, die Mittagspausen im Blautalcenter, die Witze von Herr Krempel und auf jeden Fall auch das Geräusch, wenn die Spülmaschine fertig ist.

 

Wenn ich heute an meinen ersten Arbeitstag in der Agentur zurück denke bin ich verblüfft, wie schnell sechs fulminante (umgangssprachlich: echt bombig) Monate vergehen können …

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